Radonmessungen in Wasserversorgungsanlagen
Menschen sind natürlichen und künstlichen Strahlungen ausgesetzt. In Deutschland halten sich natürliche und künstliche Strahlenexposition bei ionisierenden Strahlen in den meisten Regionen ungefähr die Waage. Gut die Hälfte der natürlichen Strahlenexposition wird durch das Edelgas Radon, genauer gesagt das radioaktive Isotop Radon-222, und seinen Zerfallprodukten Polonium, Blei und Wismut hervorgerufen.
Radon-222 (Halbwertzeit: 3,82 Tage) entsteht beim Zerfall von Radium-226 und gehört somit zur Zerfallsreihe des Uran-238, das als Spurenelement in der Erdkruste vorkommt.
Radon ist als Edelgas sehr mobil und kann aus dem Boden entweichen. Teilweise löst es sich aber auch im Grundwasser und kann dann mit diesem an die Oberfläche gelangen. Radon-222 kann daher in Wasserversorgungsanlagen (z.B. Brunnenschächten, Hochbehältern, Filterhallen oder Wasseraufbereitungsanlagen) an allen Stellen, an denen das Wasser mit der Raumluft in Kontakt kommt, aus dem Wasser in die Raumluft ausgasen. Bei nicht ausreichender Belüftung kann die Konzentration von Radon-222 zu einer erhöhten Strahlenbelastung bei Personen führen, die sich hier aufhalten und das Radon einatmen.
Im Rahmen eines Messprojektes im Auftrag eines Wasserversorgers wurden durch FZJ-Mitarbeiter Strahlenschutzmessungen an verschiedenen Arbeitsplätzen durchgeführt.
Hintergrund ist die Forderung der Strahlenschutzverordnung - § 95(1), (2); in Verbindung mit Anlage XI Teil A Pkt. 3. StrlSchV - für bestimmte Arbeitsfelder abzuschätzen, ob eine effektive Dosis von 6 mSv im Kalenderjahr überschritten werden kann. Eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv/a (Millisievert pro Kalenderjahr) ist danach überall da zu erwarten, wo das Produkt aus der gemessenen Radonkonzentration und der tatsächlichen Aufenthaltszeit den sogenannten "Eingreifwert" (siehe hier StrlSchV § 95 (2) und SSK-Leitfaden zur Messung von Radon, Thoron und ihren Zerfallsprodukten, Band 47) von mehr als 2 E+06 Bq*h/m³ überschreitet.
Diese Forderung gilt für Arbeitsfelder, bei denen erheblich erhöhte Expositionen durch natürliche terrestrische Strahlungsquellen, wozu Radon-222 gehört, auftreten können.
Die Messungen der Radonkonzentration in der Luft an verschiedenen Arbeitsplätzen bzw. Arbeitsfeldern erfolgten mit einem handelsüblichen kalibrierten Radonmonitor vom Typ AlphaGuard 2000 PRO:
Die Untersuchung beinhaltete die Bestimmung der Radonaktivitätskonzentration in der Luft. Als Messorte kamen insbesondere die Filterhallen der Trinkwasseraufbereitungen in Frage, da hier Radon verstärkt aus dem geförderten Wasser entweichen kann.
Filterhallen in Trinkwassergewinnungsanlagen
Die Messdaten zeigten je nach Aufstellungsort des Radonmonitors, dass an einigen Messorten Radonkonzentrationen von bis zu 40.000 Bq/m³ auftreten können. Hier kann der Betreiber z.B. über die Aufenthaltsbegrenzung der Mitarbeiter oder durch eine effektive Belüftung ein Überschreiten des o.g. Eingreifwerts von 2 E+06 Bq*h/m³ vermeiden.
Ansprechpartner für Radonmessungen:
Peter Schulte
letzte Änderung 06.10.2009 | Burkhard Heuel-Fabianek | Ausdrucken
Menschen sind natürlichen und künstlichen Strahlungen ausgesetzt. In Deutschland halten sich natürliche und künstliche Strahlenexposition bei ionisierenden Strahlen in den meisten Regionen ungefähr die Waage. Gut die Hälfte der natürlichen Strahlenexposition wird durch das Edelgas Radon, genauer gesagt das radioaktive Isotop Radon-222, und seinen Zerfallprodukten Polonium, Blei und Wismut hervorgerufen.
Radon-222 (Halbwertzeit: 3,82 Tage) entsteht beim Zerfall von Radium-226 und gehört somit zur Zerfallsreihe des Uran-238, das als Spurenelement in der Erdkruste vorkommt.
Radon ist als Edelgas sehr mobil und kann aus dem Boden entweichen. Teilweise löst es sich aber auch im Grundwasser und kann dann mit diesem an die Oberfläche gelangen. Radon-222 kann daher in Wasserversorgungsanlagen (z.B. Brunnenschächten, Hochbehältern, Filterhallen oder Wasseraufbereitungsanlagen) an allen Stellen, an denen das Wasser mit der Raumluft in Kontakt kommt, aus dem Wasser in die Raumluft ausgasen. Bei nicht ausreichender Belüftung kann die Konzentration von Radon-222 zu einer erhöhten Strahlenbelastung bei Personen führen, die sich hier aufhalten und das Radon einatmen.
Im Rahmen eines Messprojektes im Auftrag eines Wasserversorgers wurden durch FZJ-Mitarbeiter Strahlenschutzmessungen an verschiedenen Arbeitsplätzen durchgeführt.
Hintergrund ist die Forderung der Strahlenschutzverordnung - § 95(1), (2); in Verbindung mit Anlage XI Teil A Pkt. 3. StrlSchV - für bestimmte Arbeitsfelder abzuschätzen, ob eine effektive Dosis von 6 mSv im Kalenderjahr überschritten werden kann. Eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv/a (Millisievert pro Kalenderjahr) ist danach überall da zu erwarten, wo das Produkt aus der gemessenen Radonkonzentration und der tatsächlichen Aufenthaltszeit den sogenannten "Eingreifwert" (siehe hier StrlSchV § 95 (2) und SSK-Leitfaden zur Messung von Radon, Thoron und ihren Zerfallsprodukten, Band 47) von mehr als 2 E+06 Bq*h/m³ überschreitet.
Diese Forderung gilt für Arbeitsfelder, bei denen erheblich erhöhte Expositionen durch natürliche terrestrische Strahlungsquellen, wozu Radon-222 gehört, auftreten können.
Die Messungen der Radonkonzentration in der Luft an verschiedenen Arbeitsplätzen bzw. Arbeitsfeldern erfolgten mit einem handelsüblichen kalibrierten Radonmonitor vom Typ AlphaGuard 2000 PRO:

Die Untersuchung beinhaltete die Bestimmung der Radonaktivitätskonzentration in der Luft. Als Messorte kamen insbesondere die Filterhallen der Trinkwasseraufbereitungen in Frage, da hier Radon verstärkt aus dem geförderten Wasser entweichen kann.
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Die Messdaten zeigten je nach Aufstellungsort des Radonmonitors, dass an einigen Messorten Radonkonzentrationen von bis zu 40.000 Bq/m³ auftreten können. Hier kann der Betreiber z.B. über die Aufenthaltsbegrenzung der Mitarbeiter oder durch eine effektive Belüftung ein Überschreiten des o.g. Eingreifwerts von 2 E+06 Bq*h/m³ vermeiden.
Ansprechpartner für Radonmessungen:
letzte Änderung 06.10.2009 | Burkhard Heuel-Fabianek | Ausdrucken


