IBG-2: Pflanzenwissenschaften
Jülich Plant Phenotyping Centre JPPC - Schlüsseltechnologie für Züchtung und Funktionelle Genomforschung
Phänotypisierung als Engstelle
Die quantitative Analyse pflanzlicher Strukturen und Funktionen wird als Phänotypisierung bezeichnet. Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten die Molekularbiologie und die Genomanalyse die Pflanzenforschung dominiert haben, wird international zunehmend die quantitative Analyse von strukturellen und funktionellen Eigenschaften als der Schlüssel angesehen, mit dem Grundlagenwissen in die Praxis von Landwirtschaft, aber auch in die ökologische Forschung überführt wird. In der Grundlagenforschung ist die Phänotypisierung das bottle-neck für Erkenntnisgewinn in der funktionellen Genomforschung.
Phänotypisierung: Entwicklung und Anwendung
Das Jülich Plant Phenotyping Centre (JPPC) nimmt auf dem Gebiet der Phänotypisierung von Pflanzen international eine führende Rolle ein. Vor allem die einmalige Infrastruktur im Bereich von nicht invasiven Methoden zur quantitativen Untersuchung pflanzlicher Eigenschaften, die Kompetenz in der Entwicklung neuartiger Messverfahren und die jahrelangen Erfahrung in der Anwendung von Pflanzenphänotypisierung in Nutzpflanzen, grundlagenwissenschaftlichen Modellpflanzen und in ökologischen Fragestellungen sind eine Stärke von JPPC.
Im BMBF-Wettbewerb um die Kompetenzcluster Agrarforschung war IBG-2: Pflanzenwissenschaften mit einem synergistischen Kompetenznetzwerk CROP.SENSe,net, das auf der konzeptionellen Vorarbeit in JPPC aufbaute, erfolgreich. CROP.SENSe.net fokussiert auf die landwirtschaftliche Produktion.
MRI-PET-Zentrum für Pflanzen
JPPC installierte 2009 das weltweit erste MRI-PET-Zentrum für Pflanzen. Diese Einrichtung baut auf der bereits jetzt einmaligen Infrastruktur des Zentrums für Bildgebende NMR (eco-NMR) und der jahrelangen Expertise der IBG-2: Pflanzenwissenschaften in der Untersuchung von Kohlenstofftransport in Pflanzen mittels kurzlebiger Isotope auf. PLANTIS, das in Jülich entwickelte Positronen Emissions Tomographie-System für Pflanzen, wird ebenfalls in das PET-MRI-Zentrum eingefügt.
JPPC hat ein Konzept für ein Deutsches Pflanzen Phänotypisierungs Netzwerk (DPPN) in enger Kooperation mit Instituten von HGF, WGL, MPG, FhG und Universitäten erstellt, das von Industrie und Züchtung nachhaltig unterstützt wird und ein wichtiges Element der Pflanzenforschung in der Zukunft darstellen wird.
Internationale Initiative
JPPC koordiniert die International Plant Phenotyping Initiative (IPPI), in der sich die relevanten Phänotypisierungsinstitutionen weltweit organisieren wollen. In der Phänotypisierung haben Deutschland und Europa gemeinsam mit Australien einen weltweiten Vorsprung.

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letzte Änderung 11.11.2010 | ICG3 Admin | Ausdrucken



