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Die Broschüre des
John von Neumann-Instituts für Computing gibt es auf Deutsch und
auf Englisch. Sie kann bestellt werden
beim NIC-Sekretariat (nic@fz-juelich.de).
deutsche Broschüre (pdf) | English brochure (pdf)
Einleitung
Durch die rasanten Fortschritte in den Bereichen der mathematischen Methoden, der
Halbleitertechnologie sowie der Rechnerarchitekturen hat sich die
Computersimulation mittlerweile zur dritten, Theorie und Experiment ergänzenden
Kategorie wissenschaftlichen Forschens entwickelt. Die Methodik, deren
strategische und inhaltliche Spannweite hier mit dem Begriff Wissenschaftliches
Rechnen beschrieben wird, hat zum Ziel, komplexe Systeme und Prozesse zu
behandeln, die mit analytischen Methoden und den üblichen Rechnern nicht gelöst
werden können.
Die großen Herausforderungen des Wissenschaftlichen Rechnens reichen von der
Physik und Materialwissenschaft über Chemie, Biologie und Medizin bis zu
Strömungsdynamik und Strukturmechanik. Sie stellen gleichermaßen steigende
Anforderungen an die Genauigkeit der wissenschaftlichen und technischen
Modellbildung, an die Effizienz der mathematischen Methoden und an Fortschritte
im Bereich der Rechnerarchitekturen. Leistungsträger sind die Supercomputer; sie
sind die "Großgeräte" der Theorie.
Die starken Einflüsse auf die Modellbildung in Wissenschaft und Forschung
machen gleichzeitig in der Industrie die Computersimulation zum unverzichtbaren
Instrument für die Optimierung der Produktzyklen. Die Kompetenz im
Wissenschaftlichen Rechnen wird so zum wichtigen ökonomischen Standortfaktor.
Supercomputer-Zentren wirken dabei, zusammen mit den Universitäten, als
Kristallisationskeime für die Entwicklung leistungsfähiger Kompetenznetzwerke.
Zur intensiveren Förderung der supercomputergestützten naturwissenschaftlich-
technischen Forschung und Entwicklung haben das Forschungszentrum Jülich (FZJ)
und die Stiftung Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) als Zentren der
Helmholtz-Gemeinschaft durch einen Kooperationsvertrag 1998 das
John von Neumann-Institut für Computing (NIC)
gegründet.
Das NIC übernahm die Funktionen und Aufgaben des bereits 1987 eingerichteten
HLRZ, des ersten nationalen Höchstleistungsrechenzentrums in Deutschland, und
setzte dessen erfolgreiches Wirken auf dem Gebiet des Supercomputing und seiner
Anwendungen fort:
- Bereitstellung von Supercomputerkapazität für Projekte der
Wissenschaft, Forschung und Industrie auf dem Gebiet der Modellierung
und Computersimulation sowie deren Methoden.
Die Höchstleistungsrechner mit der erforderlichen informationstechnischen
Infrastruktur (Software, Datenspeicher, Visualisierung, Netze) werden am
Standort Jülich vom Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM) und
bei DESY vom Zentrum für Paralleles Rechnen in Zeuthen betrieben.
- Supercomputerorientierte Forschung und Entwicklung auf ausgewählten
Gebieten der Physik und anderer Naturwissenschaften, insbesondere in der
Elementarteilchenphysik, durch Forschungsgruppen für Anwendungen des
Supercomputing.
Derzeit sind Forschungsgruppen für Elementarteilchenphysik und Komplexe
Systeme eingerichtet. Eine Forschungsgruppe "Computergestützte Biophysik" ist
in der Vorbereitung.
- Aus- und Weiterbildung auf den Gebieten des Wissenschaftlichen Rechnens
durch Symposien, Workshops, Sommerschulen, Seminare, Kurse und
Gastprogramme für Wissenschaftler und Studenten.
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Das John von Neumann Institut für Computing (NIC) erfüllt damit die forschungs-
strategischen Aufgaben eines Supercomputer-Zentrums im Sinne der Empfehlungen
des Wissenschaftsrates aus den Jahren 1995 und 2000.
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Das Forschungszentrum Jülich und die Stiftung Deutsches Elektronen-Synchrotron
würdigen mit der Namensgebung für das NIC die großen wissenschaftlichen
Leistungen John von Neumanns in der Computerwissenschaft und Mathematik und
seine wirkungsvollen Impulse auf die Anwendungen des Computers. Das breite
Spektrum seiner wissenschaftlichen Interessen berührte ganz unterschiedliche
Felder der Naturwissenschaft und reichte von der Automaten- und Spieltheorie über
Quantenmechanik zur Hydrodynamik und Ballistik. Ohne Zweifel haben sein
Besuch und Vortrag im Juni 1954 bei der Rheinisch-Westfälischen Akademie der
Wissenschaften die Gestaltung von Mathematik und Computing des im Jahre 1956
gegründeten Jülicher Forschungszentrums nachhaltig beeinflusst.
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Das John von Neumann-Institut ist darauf angelegt, das Wissenschaftliche Rechnen
im Verbund mit anderen Zentren, Hochschulen und Forschungsinstituten durch
Supercomputer-Ressourcen, Methodenentwicklung und interdisziplinäre Forschung
zu fördern und weiterzuentwickeln. Das NIC nimmt in Kooperation mit anderen
nationalen und internationalen Supercomputer-Zentren sowie Universitäten eine
führende Rolle in europäischen und deutschen Grid-Aktivitäten wahr.
(Thomas Lippert, NIC-Direktorium)

Das NIC lädt turnusmäßig - derzeit jährlich - zur Einreichung von
Forschungsvorschlägen ein. Projektanträge können grundsätzlich von jedem
fachlich entsprechend ausgewiesenen Wissenschaftler beantragt werden. Die
Vergabe von Rechnerressourcen wird anhand unabhängiger Gutachten
und in Anlehnung an die Kriterien und Verfahrensweisen der Deutschen
Forschungsgemeinschaft vorgenommen. Projektpartner in den EU-Projekten
DEISA und I3HP können ebenfalls Rechenzeit beantragen.

Das NIC ist in seiner gemeinsamen Trägerschaft durch DESY und FZJ in der
Helmholtz-Gemeinschaft strukturell einzigartig. Es wird von einem Direktorium
geleitet, das mit dem Fachvorstand des FZJ, dem Forschungsdirektor von DESY
und dem Direktor des ZAM besetzt ist. Das Direktorium bestimmt das wissenschaftliche
Programm des NIC und ist für die Weiterentwicklung der apparativen, finanziellen
und personellen Ausstattung des NIC zuständig.
Ein überregional und interdisziplinär zusammengesetzter Wissenschaftlicher Rat
(WR) berät das Direktorium und die Vertragspartner in Fragen der Forschungsfelder
der Kompetenzgruppen, der Fortentwicklung der Rechnerausstattung und anderer
Ressourcen für das NIC. Für die Verteilung der Supercomputer-Ressourcen auf
die beantragten Projekte hat der Wissenschaftliche Rat eine
Rechenzeitkommission (RZK eingesetzt). Sie bewertet die eingehenden Projektanträge und
spricht Empfehlungen für die Bewilligung von Supercomputer-Ressourcen aus.
Im Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM) am Standort Jülich und bei DESY
im Zentrum für Paralleles Rechnen in Zeuthen werden die Höchstleistungsrechner
mit der erforderlichen informationstechnischen Infrastruktur betrieben. Die
Forschungsgruppen für Anwendungen des Supercomputing arbeiten auf ausgewählten
Gebieten der Physik und anderer Naturwissenschaften mit
dem Schwerpunkt "Supercomputerorientierte Forschung und Entwicklung".

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