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NIC-Exzellenzprojekte 2011
Das John von Neumann-Institut für Computing hat den Forschungsvorhaben
von Dr. Christian Hoelbling von der Universität Wuppertal und
Prof. Wolfgang Paul von der Universität Halle die Auszeichnung
"John von Neumann Exzellenzprojekt 2011" verliehen. Insgesamt
wurden im Sommer dieses Jahres 113 Anträge von Wissenschaftlern
auf Rechenzeit an den Jülicher Supercomputern begutachtet und
die Rechenzeit verteilt. Die Projekte von Dr. Hoelbling und
Prof. Paul wurden aufgrund ihrer ausgezeichneten Vorarbeiten,
der hohen Bedeutung der zu erwartenden Erkenntnisse und der
Qualität der eingesetzten Methoden ausgewählt.
Ziel des Forschungsprojekts von Dr. Hoelbling ist es, die in der
Natur vorhandene Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie besser
zu verstehen. Die beteiligten Wissenschaftler wollen testen, ob die
derzeit gültige Theorie für eine solche Asymmetrie, die nach ihren
Entdeckern CKM (Cabibbo-Kobayashi-Maskawa) benannt ist, ausreicht,
um die bekannteste beobachtete Asymmetrie zu verstehen. Mithilfe des
Jülicher Supercomputers JUGENE wird es möglich sein, ein Stückchen
Kernmaterie zu simulieren und dabei mit bisher unerreichter Genauigkeit
zu beobachten, wie sich Materieteilchen in Antimaterieteilchen umwandeln.
Dies wird es erlauben zu sehen, ob die Asymmetrie zwischen Materie und
Antimaterie mit der derzeitigen Theorie verstanden werden kann, oder
ob sich dahinter neue, bisher unbekannte, physikalische Gesetze verbergen.
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In dem Projekt von Prof. Paul geht es um die Erforschung von Materialien.
Die technischen Eigenschaften vieler Komposit-Materialien werden maßgeblich
durch das Auftreten einer "Zwischenphase" an der Grenzfläche zwischen dem
inorganischen Festkörper und dem Polymer-Material bestimmt. Diese
Zwischenphase hat wesentlich andere Eigenschaften als der Kunststoff
fernab von dieser Grenzfläche. Die physikalische Ursache dieser
Zwischenphase ist ein ungeklärtes Rätsel, dem das DFG-Schwerpunkt-Programm
"Polymer-Festkörper-Kontakte" auf die Spur kommen will. Durch höchst
aufwändige Simulationen eines chemisch realistischen Modells von
1,4-Polybutadien auf Graphit konnten die Gruppen von W. Paul in Halle
und K. Binder in Mainz einen neuen, besonders langsamem
Relaxationsmechanismus identifizieren, den diffusiven Austausch
von Polymeren der Randschicht an der Graphitoberfläche. Dieser
ist verbunden mit langreichweitigen Korrelationen beim glasigen
Einfrieren der Polymerstruktur.
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