Drei Supercomputer am Forschungszentrum Jülich stehen Wissenschaftlern für komplexe Rechenanwendungen unterschiedlicher Forschungsbereiche zur Verfügung: der Petaflop-Rechner JUGENE, der Supercomputer JUROPA sowie der Fusionsrechner HPC-FF.
JUGENE ist der erste Rechner Europas mit einer Rechenleistung von über einem Petaflop/s; er vollzieht damit rund eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde -- das entspricht rund 25 000 PCs.
JUROPA und HPC-FF werden der europäischen Wissenschaft als Ganzes bzw. der Fusionsforschung in Europa zur Verfügung stehen. Jülich setzt auf ein System von sich ergänzenden Rechnern, um für alle Anwendungen die geeignete Plattform zu bieten.
Das Forschungszentrum Jülich hat es sich zur Aufgabe gemacht, im nationalen Gauss-Verbund und in der europäischen Supercomputing-Allianz PRACE europäischen Wissenschaftlern den unabhängigen Zugang zu Supercomputern der weltweit höchsten Leistungsklasse zu sichern. Für Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, von der Klimaforschung bis zu den Lebenswissenschaften, schaffen solche Rechner die Möglichkeit, durch Computersimulationen wichtige Erkenntnisse zu erzielen. Sie öffnen die Tür zu Fortschritten, die allein auf dem klassischen Weg über Theorie und Experiment nicht zu erreichen wären.
Supercomputer sind eine universelle Schlüsseltechnologie, um dringlichste wissenschaftliche Probleme in vielen Bereichen zu lösen. Forscher aller Fachrichtungen nutzen Supercomputer, um zu klären, wie das Klima sich wandelt, wie sich Proteine in Zellen falten, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind.
Der zweite neue Supercomputer, JUROPA, wird von europaweit über 200 Forschergruppen für insbesondere datenintensive Anwendungen genutzt. Auf diese Anforderungen an Arbeitsspeicher und Datenkommunikation ist der Rechner optimal eingestellt.
Der dritte im Bunde ist der erste Supercomputer speziell für die europäische Fusionsforschung. Die Fusionsforscher wollen mit dem Supercomputer HPC-FF die komplexen Mechanismen in der 100 Millionen Grad heißen Fusionsmaterie, dem Plasma, im Innern des Fusionsreaktor ITER besser verstehen.
Die Ergebnisse, die dank der Jülicher Superrechner erzielt werden können, schlagen sich in zahlreichen Fachartikeln nieder; allein in 2008 waren es etwa 500. Die Veröffentlichungen Jülicher Wissenschaftler sind in der Publikationsdatenbank des Forschungszentrums einsehbar.
mehr zu Materialien und Publikationen
Supercomputer sind Einzelstücke. Für jede neue Generation führen die Jülicher Computerwissenschaftler die besten Ressourcen zusammen: energiesparende Prozessoren, schnelle Netzwerke, optimierte Software. Jülich arbeitet deshalb mit den führenden Firmen und Institutionen auf dem Gebiet zusammen. Ziel ist es, auch weiterhin Spitzenforschung zu ermöglichen. Ein Meilenstein dorthin soll es sein, Jülich 2009 mit einer Rechenleistung von einem Petaflop zu einem der Europäischen Supercomputerzentren zu machen.